Konsignationslager

Was ist ein Konsignationslager?

Per Definition handelt es sich bei einem Konsignationslager um ein Warenlager eines Lieferanten oder Zulieferers (Konsignant genannt), das sich in unmittelbarer Nähe oder auf dem Gelände beim Abnehmer (Kunden; Konsignator genannt) befindet. 

Das Konsignationslager dient der sicheren und reibungslosen Warenbereitstellung des Abnehmers, der die Entnahme dem Lieferanten regelmäßig mitteilt. Die entnommene Menge löst gleichzeitig eine Meldung an den Lieferanten aus. Den Zeitpunkt der Entnahme von Gegenständen aus dem Konsignatinslagers, bestimmt der Kunde. Bis zur Entnahme bleibt der Lieferant Eigentümer der Ware. 

Jeder Unternehmer muss Lösungen finden, um die Kundenzufriedenheit und den Absatz zu steigern und gleichzeitig Kosten zu sparen sowie die Kapitalbindung zu minimieren. Ein Konsignationslager kann ein erfolgreicher Baustein für ein Unternehmen sein. 

Vorteile eines Konsignationslagers für den Kunden

Der Kunde muss sich nicht um Anlieferung und Bestand von Waren kümmern. Die Teile sind für den Kunden immer griffbereit und schnell verfügbar. Damit steigt die Zufriedenheit des Abnehmers. Der Erwerber spart ebenso die Investitionskosten, trägt nicht das Investitionsrisiko für ein eigenes Waren- oder Teilelager und reduziert seine Kapitalbindung und Lagerkosten.

Vor- und Nachteile eines Konsignationslagers für den Lieferanten

Der Hauptvorteil eines Konsignationslagers für den Lieferanten besteht in der stärkeren Kundenbindung und der relativen Planbarkeit seines Absatzes. Als nachteilig kann die höhere Kapitalbindung angesehen werden, die die Führung eines oder mehrerer Konsignationslager für den Lieferanten ergibt.

Besonderheiten

Wenn sich die Firmensitze des Lieferanten und des Konsignators in unterschiedlichen Ländern innerhalb der EU befinden, müssen unter Umständen unterschiedliche steuerliche Bestimmungen (z. B. Umsatzsteuer) beachtet werden. Beide Firmen benötigen für den innergemeinschaftlichen Warenverkehr eine Identifikationsnummer.

Sonderform: Lieferanten-Logistik-Zentrum (LLZ)

Großkunden, die viele Einzelteile benötigen, die wiederum durch verschiedene Konsignaten angeliefert werden müssen, bauen häufig ein LLZ auf. Man denke beispielsweise an einen Automobilhersteller, der abgetrennte Bereiche für jeden Konsignaten in einer Halle unterbringt. Jeder Konsignat ist für das Bestandsmanagement und die Qualitätskontrolle des jeweiligen Lagerbereichs und seiner Teile zuständig. Damit kann sich der Hersteller allein auf die Produktion der Fahrzeuge konzentrieren.

Fazit

Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, bietet ein Konsignationslager für den Lieferanten die Möglichkeit Kundenbindungen zu stärken. Kunden dagegen profitieren von der niedrigen Kapitalbindung und senken damit ihre Lagerkosten. Für die optimale Kosten-Nutzen-Bilanz eines Konsignationsgeschäfts, ist eine abgestimmte IT-Infrastruktur erforderlich. So können Zulieferer und Erwerber wichtige Daten jederzeit einsehen, wesentliche Prozesse steuern und Meldungen von Entnahmen automatisiert abwickeln.

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