Kommissioniersysteme sind die wichtigsten Bestandteile eines Lagers und einer Produktion. Jedes Lager und jede Produktionslinie sind sehr spezifisch und stellen unterschiedliche Herausforderungen für die Kommissionierung. Genau aus dem Grund ist es nicht möglich, ein universales Kommissioniersystem für alle Anwendungsfälle zu erstellen. Desto wichtiger ist es, erst eine solide und gründliche Bedarfsanalyse zu erstellen. Daraus resultierende Ergebnisse müssen den tatsächlichen Bedarf abdecken. Erst in einem weiteren Schritt werden die einzelnen Kommissioniertechniken betrachtet. Wer sich erst mit der Technik beschäftigt und darauf zu stark fixiert ist, ohne den Prozess richtig zu verstehen, wird keinen Erfolg haben. Erst unabhängig planen, dann bauen. Wie ist das möglich, alle dieser Techniken gleichzeitig zu betrachten? Sind das nicht völlig unterschiedliche „Welten“? Wir werden Ihnen die Antwort dafür liefern.

In diesem und weiteren Beiträgen möchten wir Ihnen nicht nur unsere LUCA-Systeme und deren Einsatz vorstellen, sondern auch einen genauen Einblick in die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten detailliert geben. Wir werden Ihnen auch erklären, welche Kommissioniersysteme zusammen passen und wie sie am besten eingesetzt werden.

Was sind Kommissioniersysteme?

Nicht für alle ist die Frage selbstverständlich. Damit werden wir sie erst beantworten. Stellen Sie sich ein großes Lager vor. In Regalen oder auf Paletten sind viele Artikel oder Halbprodukte gelagert. Der Kunde oder die Produktion bestellt eine bestimmte Anzahl von Artikeln. Jeder von uns hat schon etwas online bestellt, oder …?

Der Auftrag wird erst geprüft und der Lagerbestand kontrolliert. Ist die Ware vorhanden, generiert das WMS (Warehouse-Management-System) einen Kommissionierauftrag. Bestimmte Artikel oder Produkte müssen jetzt aus dem Lagerfächern in den passenden Mengen gesucht und für die Verpackung mitgenommen werden. Der Vorgang wird „Kommissionierung“ genannt.

Genau jetzt kommen die Kommissioniersysteme zum Einsatz. Sie sollen den Mitarbeiter im Lager bei der Kommissionierung unterstützen. Je nach Lagertyp gibt es hier viele Anforderungen. Die Firma LUCA entwickelt und liefert gerade verschiedene Kommissioniersysteme, um eine optimale Leistung und Qualität zu garantieren. Lesen Sie noch mehr über die Kommissionierung bei Wikipedia.

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Das beste Kommissioniersystem?

Viele Wissenschaftler und Forscher beschäftigen sich mit dieser Frage schon seit einigen Jahren. Immer wieder werden wir gefragt, ob es Kommissioniersysteme gibt, die alles können. Die Frage ist vergleichbar mit: „Welches Auto ist das Beste?“

Die Antwort ist hier sehr einfach: „keines der Kommissioniersysteme ist das Beste“. Es ist einfach nicht möglich eine einzige Lösung zu bauen und damit alle Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen. Jedes Lager ist anders. Jeder Kundenauftrag und jede Branche hat eigene Schwerpunkte. Wir haben bei LUCA die Aufgabe vor Jahren schon verstanden und bieten daher ALLE Kommissioniersysteme an. Dank der professionellen Software des LUCA-Servers werden die unterschiedliche Technologien gemeinsam gesteuert.

Sicherlich sind einige Lösung so spezifisch, dass sie nur bei bestimmten Anforderungen Sinn machen. Einige davon sind aktuell sehr standardisiert und erfüllen sehr gut die meisten Aufgaben. Einige davon sind neu und sehr innovativ. Ob die Innovationen wirklich praxistauglich sind, wird sich später noch herausstellen.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Systemen

In der ersten Linie müssen wir die Kommissioniersysteme nach Art der Automatisierung unterscheiden. In einigen Lägern und Produktionen macht es keinen Sinn, eine komplexe und teuere Automation zu verwenden. Anderseits ist ein Hochleistungs-Versand-Lager ohne Automation nicht vollstellbar. Daraus resultiert folgende Aufteilung:

  • Voll-Automatische Kommissionierung
  • Halb-Automatische Kommissionierung mit Fördertechnik
  • Manuelle Kommissioniersysteme

Voll-Automatische Kommissionierung

Eine Voll-Automatische Kommissionierung ist nur bei bestimmten Artikel und meistens bei sehr hohen Leistungen einsetzbar. Auch die sehr hohe Kosten müssen die Investitionen rechtfertigen. Anderseits, sind die vollautomatische Kommissioniersysteme dort einsetzbar, wo eine absolut hohe Qualität erwartet wird (z.B. Apotheken). Die Ware wird voll automatisch kommissioniert und zu der Verpackung z.B. über eine Fördertechnik transportiert. Der Nachschub bei den vollautomatisierten Anlagen erfolgt ebenfalls oft automatisch. Bei der Methode müssen die Artikel, wie auch die Verpackungen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Um eine vollautomatische Anlage betreiben zu können, ist ein hochqualifiziertes technisches Personal erforderlich. Die ständige Überwachung der Systeme und sofortige Reaktion bei Störungen sind zwingend erforderlich.

Auf Grund der hohen Kosten und speziellen Artikeln-Merkmalen sind die Voll-Automatische-Kommissioniersysteme nicht sehr oft verbreitet.

Halb-Automatische Kommissionierung mit Fördertechnik

Eine Halb-Automatische Kommissionierung ist oft mit einer Fördertechnik ausgestattet. Ein Beispiel dafür sind die klassischen Versand-Anlagen. Bei der Vorbereitungen der Kartons sind automatische oder manuelle Kartonaufrichter im Einsatz. Die Kartons fahren gezielt über die Fördertechnik zu den einzelnen Kommissionierzonen. Und gerade dort sind die verschiedene Kommissioniersysteme im Einsatz. Je nach Lagertyp wird Pick-by-Light, Pick-by-Scan, Pick-by-Watch, etc. eingesetzt.

Welche Kommissioniertechnik dort eingesetzt wird, hängt wieder stark von verschiedenen Faktoren ab. Hier ist die A/B/C Analyse, wie auch das Artikel-Spektrum und die Verpackung entscheidend. Paletten, Gitterboxen, Durchlaufregale, Fachbodenregale, etc. gehören auch zu den wichtigsten Kriterien bei der Entscheidung über die Kommissioniermethode.

Nach der Kommissionierung verlassen die Kartons oder Behälter wieder die Kommissionierzonen und gelangen über die Fördertechnik zu dem Warenausgang. Dort erfolgt eine Endverpackung, Versand-Kennzeichnung und der Versand selbst. Dort sind auch oft Statische- oder Durchlauf-Waagen im Einsatz. Das tatsächliche Versandgewicht spielt eine wichtige Rolle bei den Kosten.

Grundsätzlich sind die Halb-Automatische Kommissionieranlagen sehr verbreitet. Anders als bei den Voll-Automatischen-Anlagen spielt der Mensch hier eine entscheidende Rolle.

Es war mal ein Roboter …

An der Stelle möchte ich einen Beispiel aus der Praxis nennen, den ich bei einem Kunden erlebt habe. Dieser Beispiel soll es zeigen, wie ein Lager gerade NICHT umgebaut soll.

Die Geschichte spielte ca. im Jahr 2001. Der Kunde hat eine gut funktionierende manuelle Kommissionierung gehabt. Den gesamten Tagesbedarf haben 3 Kommissionierer erledigt. Eine relativ überschaubare Pick-by-Light Anlage mit eine kleinen Fördertechnik wurde als Kommissioniersystem verwendet. Der Kunde hat Handys kommissioniert. Aus welchen Grund auch immer, hat die Geschäftsleitung entschieden ein KUKA-Roboter für die Kommissionierung zu verwenden, der vollautomatisch die Handys kommissionieren soll.

Die Idee war erst nicht schlecht. 24 Stunden lang kommissionieren. Das Handy-Geschäft war sehr zukunftsorientiert. Die Artikel waren klar definiert: kleine Karton. Die Pick-by-Light Regale und die Fördertechnik wurden umgebaut. Der Roboter mit seinem bunten Arm war endlich da. Die Inbetriebnahme war relativ Problemlos. Der einziger Roboter hat die gleiche Leistung erbracht, wie die drei Kommissionierer. Alles war gut, aber …

Manchmal hat der Roboter jedoch den Karton mit dem Handy nicht optimal gegriffen. Vielleicht lagen die Kartons in den Regalen nicht so ganz optimal. Es gab einige Störungen pro Schicht. Die Behebung der Störungen war nicht immer so ganz einfach. Also … Fachpersonal her!

Anstatt 3 Kommissionierer, musste die Firma 4 hochbezahlte und hochqualifizierte Techniker für den Betrieb einstellen, die 24 Stunden den Roboter überwacht haben. Nach einigen Monaten Betrieb musste der Roboter leider einen anderen Einsatz finden.

Es ist also nicht immer Sinnvoll eine Automation einzuführen. Erst muss eine korrekte Planung und Verständnis für der Problematik da sein. Im nächsten Kapitel werden wir Ihnen eine korrekte Vorgehensweise darstellen.

Die korrekte Planung und das Konzept

Wir erleben es oft, dass der Kunde schon bei der Anfrage sehr auf eine bestimmte Technik fixiert ist. Manchmal sind das die neuen Modeerscheinungen, wie Pick-by-Vision und manchmal die bewährten Technologien, wie Pick-by-Light oder Pick-by-Voice. Immer wieder steht nicht der Prozess und das Konzept, sondern nur die Technik im Vordergrund. Leider ist das nicht optimal. Ohne eine korrekte Aufgabenanalyse können keine optimalen Kommissioniersysteme aufgebaut werden.

Das richtige Kommissioniersystem finden?

Vor Jahren waren nur Zettel oder HDT-Scanner im Einsatz. Nur einige Firmen konnten sich das bewährte Pick-by-Light oder Pick-by-Voice leisten. Mit der technischen Entwicklung ist die Anzahl der Möglichkeiten und Lösungen sehr gestiegen. Die Auswahl der Technologie soll sich aber nicht an der „Mode“, sondern an den realen Bedürfnissen der Mitarbeiter und Prozesse orientieren. Die Kommissioniersysteme sollen immer unterstützend und nicht als Kontrollmechanismen der Mitarbeiter dienen.

Um die Frage zu beantworten, muss der Planer erst den aktuellen und geplanten Prozess richtig detailliert verstehen. Wir erleben es leider oft, dass das nicht der Fall ist. Erst nach der gründlichen Analyse kann das passende Kommissioniersystem ausgewählt werden. Wir bieten auch Workshops und beantworten nicht nur Ihre Fragen, sondern bieten danach konkrete Lösungen an. Sprechen Sie mit uns.

Kombination der Kommissioniersysteme

Als besonders effizient stellen sich einige Kombinationen der Kommissioniersysteme dar. Als Beispiel ist hier sehr gut das Problem mit den Checksummen und Leistung des klassischen Pick-by-Voice geeignet. Bei hoher Leistung muss der Mitarbeiter sehr viel mit dem System „sprechen“; Bestätigung der Gasse, Bestätigung der Checksumme, Bestätigung der Menge, eventuelle Bestätigung der Charge. Das alles kostet sehr viel Zeit. Außerdem muss der Mitarbeiter noch eine gute räumliche Orientierung haben, um die Lagerorte zu finden. Die Orientierungsprobleme und die lästigen Bestätigungen der gleichen Checksumen, die sowieso auswendig gelernt werden, löst die Kombination mit dem Pick-by-Point®.

Das Pick-by-Point® Licht zeigt das Lagerfach mit einem großen Punkt. Der Mitarbeiter bestätigt dann nur die entnommene Stückzahl. Die Kombination der Kommissioniersysteme ist sehr effizient und flexibel.

Warum ist LUCA dann so besonders?

Auf dem Markt gibt es viele Anbieter für einzelne Kommissioniersysteme. Das reicht aber nur selten, um eine optimale Lösung anzubieten. Wir liefern alle Systeme aus einer Hand und steuern sie zentral über unsere Software des LUCA-Servers. Wir unterstützen unsere Kunden und Planer nicht nur bei der Erstellung der Systeme, sondern auch bei der Planungsphase.

Die LUCA-Systeme steuern die Kommissionierung und der Materialfluss die gesamten Werke, wie auch einzelne kleine und große Anlagen. Wir pflegen seit Jahren sehr gute Partnerschaften mit unseren Hardware-Lieferanten und bieten nur die besten Komponenten an (z.B. Zebra, SICK, Datalogic, etc.)

Fazit

LUCA bietet viele Kommissioniersysteme, wodurch eine optimierte Lösung erstellt werden kann. In einigen Fällen ist es sinnvoll, die einzelnen Systeme sogar als Kombination zu verwenden. Der Focus bei der Planung soll das Konzept und die Lösung und nicht nur die Technik sein. Sprechen Sie mit uns. LUCA ist auf Kommissioniersysteme sehr spezialisiert und entwickelt professionelle Lösungen für die Lagerlogistik und Produktion.