Was bezeichnet genau Pick-by-Light, wie ist das System aufgebaut und wie wichtig ist das bei der Kommissionierung?

In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, was Pick-by-Light genau ist? Welche Hardware und Software werden für das System benötigt? Und welche Vorteile bringt die Lösung für die papierlose Kommissionierung in der Logistik oder Produktion?

Was ist genau Pick-by-Light?

Pick-by-Light bestehend aus Hardware und Software, gehört zu den beleglosen Kommissionierverfahren, wodurch der Kommissionierer seine Kommissionierung am Lagerfach mit Hilfe von Fachanzeigen mit Leuchtmelder, Mengenanzeige und Quittiertaster, erledigt. Das bedeutet, dass die Lichtsignale die Pickliste komplett ersetzen können und dadurch die Kommissionierung beleglos wird. Die Entnahme der Ware wird direkt mit einem Quittiertaster bestätigt und die Bestandsänderung automatisch gebucht.

Wikipedia definiert Pick-by-Light wie folgt:

Pick-by-Light (zu Deutsch etwa „Kommissionieren nach Licht“) gehört zu den „beleglosen“ Kommissionierverfahren. Anstelle einer Kommissionier- oder Pickliste werden dem Kommissionierer die zu pickenden Artikel und Mengen über eine direkt am Entnahmefach angeordnete Fachanzeige übermittelt.

Quelle: Pick-by-Light – Wikipedia
Pick-by-Light Fachanzeige am Lagerfach wird durch einen Kommissionierer am Quittiertaster betätigt.
Pick-by-Light System dient für beleglose Kommissionierung von Ware und besteht aus vielen Fachanzeigen, die an den Lagerfächern montiert sind. Sie helfen dem Kommissionierer die Entnahme aus dem Lagerfach schnell und sicher zu tätigen. Mit dem Quittierungstaster wird die Entnahme bestätigt und automatisch in dem Lagerverwaltungssystem gebucht.

Pick-by-Light Vorteile

  1. Der Kommissionierer hat Hände frei beim Kommissionieren (Bewegungsfreiheit).
  2. Optimale Bedienerführung (auch am Kommissionierfahrzeug).
  3. Große Flexibilität durch das kabellose Schienensystem. Einfache Montage der Hardware.
  4. Schnelle Anpassung.
  5. Sehr geringe Fehlerquote beim Kommissionieren.
  6. Sehr geringe Fehleranfälligkeit durch Einsatz erprobter und fehlerfreier Technik (automatische Quittierung möglich).
  7. Steigerung der Effizienz und Produktivität durch optimiertes Verfahren (Pick und Put).
  8. Geringer Schulungsaufwand.

Pick-by-Light Nachteile

  1. Relativ hohe Anschaffungskosten.
  2. Schwierige Verwendung bei freistehenden Paletten (spezielle Konstruktion erforderlich).

Das Pick-by-Light System

Ein Pick-by-Light System (bezeichnet auch als Pick-to-Light) besteht aus Fachanzeigen, Controllern, Anschlussklemmen, Montageschienen und Verkabelung. Dazu kommen noch diverse Geräte, die den Mitarbeiter bei der Kommissionierung unterstützen: Barcodescanner, RFID-Reader, Waagen, etc. Der Kommissionierer muss schnell das Display am Lagerort finden, die Menge ablesen und die Entnahme mit dem Quittiertaster bestätigen. Für den Mitarbeiter und für seine Kommissionierung ist die Ergonomie besonders wichtig.  

Diese Fachanzeigen werden 2021 sehr oft eingesetzt:

PTF-L-6 - Pick-by-Light Modul ohne Display. Nur LED und Taste.

Fachanzeige ohne Display für die Menge.
(Automotive oder Nachschub). Details zu PTF-L-6.


PTF-3N-4 Pick-by-Light Anzeige mit dreistelligen Display und Tasten

Standard Fachanzeige für viele Anwendungen mit numerischer Eingabe der Menge. Details zu PTF-3N-4


PTF-ZCTRL2 innovative Pick-by-Light Conroller und Anzeige mit Touch-Screen

Zonen-Anzeige mit Touch-Screen.
Details zu PTF-CTRL2



Pick-by-Light made in Germany

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In diesem Betrag finden Sie die wichtigsten Informationen zu Pick-by-Light. Sie werden die technischen Details richtig verstehen und das System korrekt anwenden.

Warum ist das Kommissioniersystem so besonders und wie hoch sind die Fehlequoten? Was unterscheidet das System von den anderen Kommissionierverfahren? Wie ist ein modernes Pick-to-Light aufgebaut? Wo wird Pick-by-Light am besten eingesetzt?


Langjährige Erfahrung in der beleglosen Kommissionierung

Logistik und Produktion 2021

Pick-by-Light


Pick-by-Light Hardware

Die Hardware ist modular und sehr flexibel aufgebaut. Die Montage an jedem Entnahmeort ist sehr einfach. Die Funktionsweise ist klar strukturiert. Die Lichtsignale sind eindeutig, um die zu pickende Ware zu kennzeichnen.

  • Controller (Kommunikation und Stromversorgung)
  • Montageschienen mit integriertem BUS
  • Fachanzeigen mit Signallampe (2 x 7 Farben), Stückzahlanzeige und einem Quittiertaster

Fast alle Displays sind mit mehreren Zusatztasten ausgerüstet um Fehlbestände zu korrigieren (Plus, Minus und F-Taste für Sonderfunktionen). Einige Fachanzeigen haben nur Signallampe und Quittiertaster. Die Hardware ist sehr robust und erprobt.

Pick-to-Light Montageschiene
Die Pick-by-Light Fachanzeigen werden an einer Montageschiene einfach nur eingeklickt und benötigen KEINE Kabel. In der Montageschiene ist ein BUS integriert. Die Module können sehr einfach versetzt und verschoben werden. Die Montageschiene wird mit einer 4-adrigen Leitung an den Kontrollern angeschlossen.

Optionen:

  • Sensor für automatische Quittierung überwacht den Eingriff auf das Lagerfach (Zugriffsüberwachung).
  • Digital I/O für Empfang und Sendung externer Signale.
  • Beep-Ton

Die Pick-by-Light Hardware wird durch die LUCA-Software in Echtzeit gesteuert. Die Anbindung an das Lagerverwaltungssystem, Materialfluss und Fördertechnik erfolgt über den LUCA-Server, der die gesamten Abläufe steuert. Das System ist sehr flexibel.

Pick-by-Light Sensor

Eine wichtige neue Funktion bei der Entnahmebestätigung hat der Pick-by-Light Sensor. Über- oder unterhalb der Fachanzeige kann optional ein Sensor eingebaut werden. Der Sensor überwacht die Zugriffe und quittiert automatisch die Aktionen. Die zu pickende Ware kann jedoch damit nicht gezählt werden. Die Funktionsweise der automatischen Kontrolle basiert auf einem Lichttaster. Die Montage der Sensoren muss genau abgestimmt werden. Der Sensor als Lichttaster kann 15-20 cm ohne Reflektionsspiegel messen. Mit einem Spiegel kann der Sensor sogar auf 80-100 cm verwendet werden.

Pickliste in der beleglosen Kommissionierung

Wie alle beleglose Kommissionierverfahren arbeitet das Pick-by-Light System (auch oft als Pick-to-Light genannt) eine elektronische Pickliste ab. Die Daten übermittelt das Lagerverwaltungssystem. Das Kommissioniersystem unterstützt den Picker bei der Arbeit, um seine Laufwege und Pickfehler zu minimieren und seine Leistung an dem Arbeitsplatz zu optimieren. Dabei sind die Auftragsdurchlaufzeiten wegen der kurzen Suchzeit optimal (Lichtsignale direkt an dem Lagerfach). Die Kundenaufträge werden schnell kommissioniert und bearbeitet. Die Anlernzeit der Kommissionierer ist minimal. 

Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu den anderen beleglosen Kommissioniersystemen relativ hoch. Der Wartungsaufwand und Betrieb sind dazu im Gegenteil minimal. Als Anbieter suchen wir immer eine optimale Lösung für unsere Kunden.

Wie funktioniert Pick-by-Light?

Das Prinzip des Kommissioniersystems: Der Kommissionierer steht im Vordergrund. In dem Hostsystem (Warenwirtschaftssystem oder LVS) erfolgt die Auftragserfassung, Vorbereitung und Übermittlung der Einzelaufträge. Die Lagerverwaltung bereitet die Aufträge (Bestellungen der Warenmengen) für die Logistik vor.

Die beleglose Kommissionierliste mit Entnahmeorten und Stückzahlen wird an das Pick-by-Light über eine Datenbank, Datei oder TCP/IP-Schnittstelle übermittelt (je nach Anwendungsfall). Die zu pickenden Auftragsdaten von SAP kommen per IDOC oder RFC. Der Kommissioniervorgang kann beginnen.

Start und die Artikelentnahme

Das System aktiviert in dem passenden Lagerbereich die angeforderten Displays gemäß der Pickliste. Die LED-Leuchten (Leuchtmelder) und die Mengenanzeigen werden in der passenden Leuchtfarbe eingeschaltet. Die Funktionen sind aktiv und die Entnahme kann beginnen. Der Mitarbeiter (auch Kommissionierer oder Picker genannt) liest die zu pickende Menge von der Mengenanzeige direkt an der Entnahmestelle (Fach) ab. Zusatzinformationen zeigen die alphanumerischen Anzeigen.

Quittierung der Fachanzeige

Die gepickte Menge aus dem Lagerplatz bestätigt der Kommissionierer an dem Quittierungstaster, wodurch das Erlöschen der Fachanzeige erfolgt. Die Quittierung verbucht die Entnahme (sofortige Korrektur der Bestände – automatische Bestandsänderung). Die Reihenfolge ist für das System egal. Definiert die Pickliste jedoch eine bestimmte Reihenfolge, werden die Displays nacheinander eingeschaltet.

Hat der Kommissionierer alle Positionen kommissioniert, ist der Kommissioniervorgang im Prinzip abgeschlossen und die Bestandsveränderungen werden zurückgemeldet. Die Bestätigung (Rückmeldung) erfolgt sofort. Die Versandeinheiten (Kartons, Paletten, Gitterboxen, etc) können für den Versand vorbereitet werden.

Korrektur der Entnahmemenge (Plus/Minus-Tasten)

Sind nicht genug Produkte in dem Regal (Behälter, Gitterbox, Palette, etc.), kann der Kommissionierer die Quittierung nicht durchführen. Der Bediener kann den Fehler an dem Auftrag mit den Korrekturtasten an der Mengenanzeige korrigieren und quittieren. Die neue Ist-Menge wird zurückgemeldet (Mengenkorrekturen). Die Funktionstaste (F-Taste) gibt dem Picker zusätzliche Möglichkeiten für eine permanente Inventur. Die Bedienung ist sehr intuitiv und braucht fast keine Einarbeitung der Kommissionierer.

Die Häufigkeit der Korrektur ist stark von der Warenwirtschafts-Qualität abhängig. Die Erfassung im Wareneingang und die korrekte Ablage der Ware (Nachschub) spielen dafür eine entscheidende Rolle. Manche Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungssysteme lassen noch viele Wünsche offen. Die KBS-Tasten sind sehr gut integriert.

Wo wird Pick-by-Light eingesetzt?

Folgende Branchen nutzen seit vielen Jahren unser System:

  • eCommerce: Kommissionierung, Nachschub, Sortierstation im Versandlager
  • Automotive: Batch-Kommissionierung und Sequenzierung von Warenkörben und JIT-Gestellen für die Montagelinien
  • Produktion: Montageplätze, Set-Bildung und Maschinenbestückung

Das System ist sehr vielseitig und soll den Kommissionierer unterstützen und Pickfehler vermeiden. Das Anwendungsgebiet ist groß. Die Module selbst dienen nur als Ausgabe- und Eingabe-Geräte. Die gesamte Logik der Steuerung, wie auch der Ablauf, findet in unserem LUCA-Server statt.

Wie gut ist das System?

Die Leistung und Qualität sind gegenläufige Parameter. Daraus resultiert, dass, je mehr Leistung erwartet wird, desto weniger Qualität kann der Kommissionierer leisten und die Fehlerquoten steigen. Leistung und Qualität gleichzeitig zu erhöhen, ist bei keiner der Kommissioniermethoden einfach. Schneller und güstiger. Das ist das Ziel. Die Lösungsmöglichkeit der Steuersoftware ist nicht alles.

Als führendes Kommissionierverfahren, liefert uns Pick-by-Light gerade ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Leistung und Qualität eindeutig schnell steigen können und die Bedienerführung verbessert wird.

Die Leistungen

Die Leistung steigt bis zu 40%. Durch die gezielte Unterstützung der Zugriffe auf das Lagerfach, erhöht sich auch die Qualität um mehr als 15%. Dadurch werden Pickfehler minimiert. Bei Verwendung von Sensoren steigt die Qualität noch um weitere ca. 10%.

Die ROI-Rechnung

Bei der Planung des Systems muss unbedingt die Wirtschaftlichkeit und die Effizienzsteigerung betrachtet werden. Der Kommissionierer selbst jedoch auch. Das System benötigt relativ viel Hardware, was die Beschaffung der Anlagen nicht gerade preiswert macht.

Ob die Investition für das Unternehmen rentabel ist, muss eine ROI-Berechnung zeigen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen, die Berechnungen durchzuführen und erklären die Montage. Ist der Bedarf an Leistung nicht besonders hoch und die Lagerflächen groß, liefern wir alternativ auch andere Technologien.

Fachanzeigen hinzufügen oder austauschen

Eine neue Fachanzeige wird im System per Quick-Click in das Aluminiumprofil eingeklickt. Mit einem kleinen Werkzeug (Spachtel) lassen sich die montierten Anzeigen aus den Profilen gemäß der Anweisung wieder sehr einfach entnehmen. Über eine Web-Oberfläche können die Displays konfiguriert werden. Sofort danach kann die Kommissionierung weiter gehen. Dafür muss die Anwendung (Middleware) nicht neu gestartet werden. Ausfälle der Fachanzeigen sind kaum bekannt. 

Bei einer Systemerweiterung melden sich die neuen Anzeigen im System voll automatisch an. Über die Konfiguration wird flexibel die voreingestellte Bezeichnung auf die gewünschte Bezeichnung (z.B. Lagerort) angepasst und stört nicht beim Kommissionieren. Sofort danach kann der Entnahmeort bei den nächsten Kommissionieraufträgen aktiviert werden. 

Der Austausch der Module ist ebenfalls sehr einfach. Dabei werden nur die physikalischen Adressen der ausgewechselten Displays getauscht. Der Rest passiert automatisch. Über die Software wird auch die Zuordnung zu den Zonen konfiguriert. Der Kommissionierer hat dadurch fast keine Pause. Der Austausch hat mit der Bestandsänderung nichts zu tun. Die Anlernzeit ist minimal.

Fazit

In der Logistik und Produktion gehört das Pick-to-Light System als Kommissioniermethode zu den besten und sehr verbreiteten Verfahren in der Kommissionierung. Der Kommissionierer folgt intuitiv den Lichtsignalen und Mengenanzeigen an dem Entnahmeort und minimiert dadurch seine Suchzeit (Bedienerführung durch die Aufträge). Numerische und alphanumerische Mengenanzeigen zeigen die Artikelanzahl. Bei Bestandsfehlern helfen die Korrekturtasten.

Eine einfache Montage, robuste Quittiertaster und die flexiblen Umbaumöglichkeiten machen das System sehr attraktiv. Einfache Anbindung an jedes Lagerverwaltungssystem über den LUCA-Server bringt enorme Vorteile. Das System kann auch die permanente Inventur sehr gut unterstützen. Die optimale Bedienerführung durch die Kundenaufträge ist das Ziel.

In Lägern mit vielen Lagerfächern ist jedoch der Preis ziemlich hoch. Daher ist es sinnvoll, das System für A-Artikel einzusetzen und für B- und C-Artikel mit anderen Technologien zu unterstützen. Put-to-Light kann auch am Fahrzeug mit WLAN eingesetzt werden, um die Greifzeiten, Wegezeiten, etc. beim Kommissionieren zu optimieren.

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