Pick by Light

Pick by Light wurde 1988 erfunden. Udo M. war ein junger Logistiker eines Pharmakonzerns. Er musste sein Versandlager unbedingt verbessern. Es gab dort viele Probleme mit Leistung und Qualität, obwohl die damalige Computertechnik schon sehr modern war. Papierlisten und Kugelschreiber waren die einzigen Hilfen der Kommissionierung. Udo hat das Problem seinem guten Schulfreund Rainer berichtet. Einige Wochen später hat Rainer K. (junger Elektroniker aus Iserlohn) auf seiner USA Rückreise beschlossen, das erste “Paperless Order Picking” zu entwickeln, von der Udo sehr begeistert war. Ein großes Anzeige-System. Die Anzeigen sollten die Entnahmemenge direkt am Lagerfach anzeigen. Keine Papierlisten und keine Kugelschreiber mehr! “Einfach und genial!” sagte Udo.

Wir entwickeln und liefern professionelle Kommissioniersysteme und Materialfluss-Steuerungen. Diverse LUCA-Systeme stehen Ihnen für eine optimale Lösung zur Verfügung.

Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Pick by Light Displays mit technischen Details:

Displays Galerie

So ist das erste Pick by Light mit über 2.200 Anzeigen entstanden, wobei die Aufgabe für Rainer und sein Team doch nicht so einfach war, als erst gedacht. Es hat aber funktioniert. Die Leistung der Anlage ist deutlich gestiegen, ebenso die Fehlerquote fast auf Null gesunken. Wollen Sie das auch? … dann sind Sie hier richtig!

In diesem und vielen weiteren Blog-Beitragen erklären wir Ihnen, wie Sie das System korrekt planen und einführen. Wir geben Ihnen nicht nur ein paar Tipps, sondern erklären ganz genau, wie Sie die Leistung Ihrer Kommissionierung steigern und gleichzeitig die Fehlerquoten minimieren können. Bleiben Sie dran … es lohnt sich. Folgen Sie unseren Beiträgen über Email-Mailing oder auf Social Media. Dazu finden Sie weitere Informationen am Ende des Beitrages. Lassen Sie uns erst starten …

Pick by Light seit über 20 Jahren

Pick by Light ist ist hervorragend für schnelle und effiziente Kommissionierung, Sortierung und Sequenzierung geeignet. Aber warum ist diese Methode so besonders? Es gibt doch auch andere Kommissioniersysteme. Was unterscheidet gerade das System von den anderen? Wie ist ein modernes Pick by Light heute genau aufgebaut? Wo wird es am besten eingesetzt und mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? In dem weiteren Verlauf werden wir Ihnen alle dieser Fragen beantworten.

Was ist Pick by Light ?

Für die Neulinge eine kurze Anleitung, bevor wir gleich mit den Details beginnen.
Stellen Sie sich ein Warenlager mit vielen Regalen und Stellplätzen vor. Dort sind auch Ihre Artikel eingelagert. An jedem Lagerfach ist ein elektronisches Display montiert. Ein Computersystem steuert optimal Ihre Kommissionierung. Es gibt keine Papierlisten sowie auch keine Drucker mehr. Die entsprechenden Pick by Light Anzeigen leuchten auf, sobald die Kommissionierung aktiviert ist. Große LED signalisiert von Weitem das Lagerfach. Auf dem Display leuchtet auch die erforderliche Stückzahl auf. Der Kommissionierer entnimmt die Ware. Eine direkte Rückmeldung an die Lagerverwaltung erfolgt sobald der Taster betätigt ist. Die Anzeige schaltet aus, sofern die Entnahme gebucht ist. In der Display-Galerie finden Sie unsere aktuell verfügbaren Displays.

Wo wird Pick by Light eingesetzt?

Das System ist sehr vielseitig. Die Pick by Light Hardware selbst dient nur als Anzeige- und Eingabegeräte. Die gesamte Logik der Steuerung, wie auch der Prozesse findet in dem LUCA-Server statt. Dadurch sind die Lösungen sehr flexibel und decken ein sehr breites Aufgabenspektrum ab. Kundenspezifische Anpassung sind jederzeit möglich. Folgende Branchen nutzen erfolgreich seit vielen Jahren Pick by Light:

  • eCommerce: Kommissionierung und Nachschub
  • Automotiv: Sequenzierung und Kommissionierung für die Montagelinie
  • Produktion: Arbeitsplätze, Set-Bildung und Maschinenbestückung

Pick by Light wird überall dort eingesetzt, wo direkt am Lagerfach oder an der Maschine einfache Informationen erwartet werden. Über diverse Tasten kann der Bediener entsprechende Eingaben machen. Der Unterschied zwischen einer einfachen Anzeige und einem Pick by Light System liegt daran, dass bei Pick by Light mehrere tausend Displays gleichzeitig verwendet werden können, wobei die Kommunikation über einen professionelles BUS-System erfolgt.

Ein korrekt konstruiertes BUS-System ist für Pick by Light anlagen entscheidend. Einige Hersteller setzten immer noch auf SPS-Steuerungen mit ASI-Bus, was sehr veraltet ist. Der neue Standard der Pick by Light Systeme heißt: PTF.

In weiteren Blog-Beiträgen werden wir noch detailliert über die einzelnen Branchen und deren spezifischen Anforderungen berichten.

Kommissionierzonen

Sie sind in einem großen Versandlager, wo mehrere Bereiche und Kommissionierzonen zu finden sind. Je größer das Lager, desto mehr Strukturen sollen Sie auch erkennen. Sie sehen unterschiedliche Mitarbeiter, die gleichzeitig unterschiedliche Aufträge bearbeiten. Genau aus dem Grund ist die Aufteilung des Lagers in mehrere Kommissionierzonen notwendig. Jede Zone bearbeitet eigene Teilaufträge. Ebenso wird auch das Pick by Light System in logische Zonen aufgeteilt. Den Aufbau der Hardware werden wir noch später separat behandeln.

Wie groß soll eine Kommissionierzone sein?

Grundsätzlich kann die Frage so einfach nicht beantwortet werden, insofern weitere Fakten nicht bekannt sind. Größe der Kommi-Zone hängt von vielen Faktoren ab, weshalb erst eine Analyse die korrekte Antwort geben kann. Grundsätzlich sollen die Mitarbeiter eine gute Orientierung behalten. Zugriff auf die Ware soll auch schnell sein. Die Qualität der Kommissionierung ist natürlich auch sehr wichtig. Das System muss für den Mitarbeiter unterstützend und nicht störend sein.

An einer Halbautomatische-Versand-Anlage mit Fördertechnik und Durchlauf-Regalen haben die Kommisionierzonen ca. 6-8 m Länge. Die Fördertechnik dient hier auch als Buffer für die Behälter/Kartons. Die korrekte Verteilung der Waren in der Zone wird durch die A/B/C Analyse erreicht. Der Mitarbeiter muss alle Displays gut im Blick behalten und möglichst kürze Laufwege haben.

Bei komplett manuellen Anlagen mit Kommissionierwagen ist die Größe der Kommissionierzone sehr unterschiedlich. Manchmal sind die Zonen sehr lang und werden auch gleichzeitig von mehreren Mitarbeitern bedient. Wie das geht, erfahren Sie gleich.

Navigations-Anzeigen

Eine einzige Kommissionierzone kann auch mehrere hundert Pick by Light Displays beinhalten. Manchmal muss auch der Kommissionierer mit dem Rücken zu den Pick by Light Displays stehen (B- oder C-Artikel). Um den Überblick für die aktiven und leuchtenden Fächer zu behalten werden oft Navigations-Displays eingesetzt. Auf einem Blick kann dort der Kommissionierer erkennen, wo ungefähr die aktiven Fächer positioniert sind (links-unten, rechts-oben, Mitte oder im Rücken).

Jedem Fach der Zone wird im dem Pick by Light System ein Segment der Navigations-Anzeige zugeordnet. Nach jeder Quittierung der Entnahme aktualisiert die Steuerung die Navigations-Anzeige automatisch. Zusätzlich zu der grafischer Darstellung der aktiven Displays, zeigt die Navigations-Anzeige die Anzahl der offenen Entnahmen.

Die Praxis zeigt, dass durch den Einsatz der Navigations-Anzeige die Arbeit für den Kommissionierer viel entspannter und schneller ist. Daraus resultiert auch eine gesamte Leistungssteigerung von ca. 5 %. Die geringe Kosten der Navigations-Anzeige und der Software rechtfertigen die Investition sehr schnell.

Dürfen in einer Kommissionierzone mehrere Mitarbeiter arbeiten?

Ja! Die Antwort ist eindeutig, insofern der LUCA-Server eingesetzt wird. Mit dem System können auch mehrere Mitarbeiter in einer Kommissionierzone arbeiten. Wir haben an den Pick by Light Displays mehrfarbige LED’s zur Verfügung. Jedem Mitarbeiter und seinen Auftrag ist einer separaten Farbe zugeordnet.

Das Problem der gleichzeitigen Zugriffe auf die Fächer ist komplex, jedoch von uns sehr gut gelöst. In dem LUCA-Server wurde dafür ein spezielles Verfahren für Synchronisation der Ausgaben und Zugriffe auf die Fächer entwickelt. Dieses Verfahren ermöglicht eine korrekte Koordination zwischen den einzelnen Prozessen für mehrere Mitarbeiter und Aufträge. Jeder Mitarbeiter arbeitet mit eigenem Daten. Jeder Prozess der Kommissionierzone sendet jedoch die Telegramme nicht direkt zu Pick by Light, sondern zu einem Synchronisationmodul. Das Modul ist dann für die korrekte Koordination der Zugriffe auf die gemeinsame Lagerfächer zuständig.

Wollen Sie wissen, wie genau das geht? Das Thema werden bald wir in einem separaten Blog-Artikel behandeln. Bleiben Sie dran.

Können die Kommi-Zonen flexibel aufgeteilt werden?

Die Funktion ist möglich, aber sehr komplex. Von der Herausforderung ist nicht nur selbst das Pick by Light, sondern auch die Lagerverwaltung (WMS), wie auch die Steuerung der Fördertechnik betroffen. Ob die dynamische Aufteilung der Kommissionierzonen wirklich praktikabel ist, können wir bis heute noch nicht mit einem klaren “Ja” beantworten. Wir untersuchen diese Anforderungen immer sehr gründlich und präzise, bevor solche Anlagen entstehen.

Wir haben bereits viele Varianten der Lösung entwickelt, jedoch fast jede Lösung war sehr kundenspezifisch. Einige Beispiele davon werden wir Ihnen noch bald in unseren weiteren Blog-Artikeln darstellen.

Wie ist die Pick by Light Hardware aufgebaut?

Die einzelnen Pick by Light Anzeigen sind an einem BUS-System über Federkontakte angeschlossen, wobei jede Anzeige eine eindeutige Adresse hat. Über die Adresse kann der Kontroller die Displays an dem BUS unterscheiden und gezielt ansteuern. Ein Kontroller kann über 100 Displays verwalten und mit Strom versorgen. Alle Kontroller sind über LAN an dem LUCA-Server angeschlossen. Bei großen Installationen sind die Kontroller manchmal auch untereinander über ein internes RS485-BUS verdrehtet. Dies spart eindeutig die Anzahl der erforderlichen LAN-Anschlüsse.

In so einem System können mehrere tausend Lagerorte gleichzeitig funktionieren. Reaktionszeiten sind auf die einzelnen Aktionen sehr schnell und liegen nur in einigen Millisekunden. Wir werden in weiteren Blog-Beiträgen den physikalischen Aufbau noch detaillierter darstellen.

Das KBS Anzeige-System ist speziell dafür geeignet und voll auf den LUCA-Server integriert.

Einfache Pick by Light Montage

Die Montage ist schnell und einfach, sodass auch die Kosten gering bleiben. An Regalen oder Trägern werden Aluminium Schienen montiert. Ein 4-adriges Kabel verbindet die Schienen und den Kontroller miteinander. Durch das Quick-Click-System lassen sich die Anzeigen sehr leicht und ohne weitere Verkabelung auf die Schienen ins System integrieren. Für eine perfekte Verbindung, zwischen dem Pick by Light Modul und dem BUS-System des Aluminiumprofils, sorgen die optimale Federkontakte.

… und wenn nicht gebohrt werden darf ?

Kein Problem! Wir liefern auch die Unterprofile mit Magneten. An den Schwer-Last-Regalen (SLR) halten die Magnete hervorragend. In dem Fall erfolgt die Montage nur in einigen Minuten! Nach dem “Klack muss nur das BUS-Kabel angeschlossen werden. So einfach ist das.

Wie flexibel kann Pick by Light umgebaut werden?

Durch das spezielle Quick-Click-System ist der Umbau sehr einfach. In den Aluminiumprofilen ist ein BUS-System integriert. Die Anzeigen sind über drei Federkontakte angeschlossen, sodass die Strom- und Datenversorgung gewährleistet ist. Um die Displays auszubauen brauchen Sie nur ein einfaches Werkzeug. Keine Kabel und keine Schrauben. Danach können Sie die Position der Anzeigen einfach ändern. Die Steuerung erkennt die Displays automatisch wieder. Für eine einfache Umlagerung innerhalb einer Kommissionierzone ist nicht mal eine IT-Umstellung erforderlich. Das Display kann mit der Ware einfach versetzt werden.

Neue Anzeigen hinzufügen oder austauschen

Auch sehr einfach. Die neue Anzeige einklicken und der physikalischen Adresse eine Bezeichnung (Lagerort) konfigurieren. Fertig.

Der Pick by Light Ablaufprozess

Kennen Sie eine Anlage, die genau gleich der anderen ist? Wir nicht. Sehr oft sind die Anforderungen für das Pick by Light sehr unterschiedlich. Wir integrieren in unsere Systeme verschiedene Lösungen und bauen die Ablaufprozesse kundenspezifisch auf. Natürlich gibt es bei jeder Lösung vergleichbare Teilabläufe, jedoch die Kundenwünsche überwiegen bei der Standardisierung.

Start der Kommissionierung

Bei beleglosen Systemen starten die Aufträge automatisch aus einem Datenbuffer oder durch die Ausschleusung der Behälter. Sind Lieferscheine vorhanden, wird ein Barcode oder 2D-Code mit einem Scanner gelesen.

Gleichzeitig oder Sequenziell?

Bei den meisten Anlagen steuern wir direkt nach dem Start alle Displays einer Kommissionierzone gleichzeitig an. In anderen Fällen bilden wir eine Picking-Route und steuern die Entnahmen sequenziell. Es gibt noch andere Methoden, die wir später in unseren Blog-Artikeln detailliert betrachten werden.

Bestätigung der Entnahme und Auftragsende

Sind alle Artikel kommissioniert, quittiert der Mitarbeiter die Entnahme mit dem Taster, wonach die Displays ausgeschaltet werden. Die Bestätigung der Entnahme löst eine Rückmeldung an das übergeordnete Lagerverwaltungssystem aus.

Fazit

In der Logistik und Produktion gehört Pick by Light zu den besten und sehr verbreiteten Kommissionierlösungen. Die einfache Montage und die flexible Umbaumöglichkeiten machen das System sehr attraktiv. Bei vielen Lagerfächern in großen Lägern ist jedoch der Preis auch hoch. Daher ist es Sinnvoll das System für die Kommissionierung von A-Artikel einzusetzen und die B- und C-Artikeln mit anderen Technologien zu unterstützen.