Zweistufige Kommissionierung

In diesem Artikel beschreiben wir die zweistufige Kommissionierung in der Logistik und zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile des Verfahrens.

Was ist zweistufige Kommissionierung?

Zweistufige Kommissionierung ist ein Kommissionierverfahren in dem die Auftragssteuerung und die Entnahme nicht sofort, sondern zweistufig erfolgt. Je nach Lagertyp und Lagerzonen, werden die Aufträge von dem Kommissionierer erst kumuliert kommissioniert und dann an der Packstelle zu den einzelnen Aufträgen verteilt. Das Verfahren wird oft von einem Sortiersystem unterstützt.

Wie funktioniert genau das Verfahren?

Voraussetzung für die zweistufige Kommissionierung ist eine bestimmte Menge von einzelnen Kundenaufträgen (Waren), die zu einem Gesamtauftrag (Auftragspool oder Batch) zusammengefasst werden können.

Das Warenwirtschafts- oder Lagerverwaltungssystem kumuliert die Aufträge zusammen und errechnet die optimale Kombination der Aufträge. In diesem Kommissionierverfahren muss auch das Volumen der Artikel und der Behälter berücksichtigt werden.

Der Lagertyp ist für das Management, oder genauer für das Wellenmanagement der zweistufigen Kommissionierung, entscheidend. In der Intralogistik wird der Warenausgangsprozess und die Rücklagerung oft durch Verteilsysteme (Sorter) unterstützt, um das Sortieren bei der zweiten Stufe zu vereinfachen.

1. Stufe der zweistufigen Kommissionierung

In der ersten Stufe der zweistufigen Kommissionierung sammelt der Kommissionierer in der Lagerzone artikelweise möglichst viele Artikel (Ware) aus einem Lagerfach. Dadurch spart er die Laufwege durch mehrere Kommissionierzonen (Optimierung der Wegzeiten). Der Picker legt die Artikel in einen oder in mehrere Boxen ab (es ist jedoch kein Multi-Order-Picking).

Entscheidend ist hier, dass der Kommissionierer bei der Entnahme die korrekte Stückzahl artikelbezogen abzählt.

2. Stufe der zweistufigen Kommissionierung

Ist die Entnahme der Artikel im Lager abgeschlossen, transportiert der Kommissionierer seine Boxen zu einer Verteilungsstation für die Sortierung. Erst dort erfolgt die auftragsorientierte Sortierung auf die einzelnen Kundenaufträge. Jeder Artikel wird dabei gescannt und mit Hilfe von einem Verteilsystem sortiert.

Erst nach der zweistufigen Sortierung ist der Kommissioniervorgang abgeschlossen.

Fazit

  1. Stufe:
    Die zweistufige Kommissionierung ist für große Gesamtmengen von Aufträgen sehr gut geeignet. Vorteil hier ist, dass der Picker (Kommissionierer) viele Artikel aus einem Lagerfach gleichzeitig entnehmen kann. Ein großer Auftrag wird aufgeteilt. Dies spart dem Kommissionierer die Wegstrecken. Nachteil gegenüber der einstufigen Kommissionierung ist, dass der Kommissionierer eventuell große Stückzahlen aus einem Lagerfach abzählen muss, wobei der eventuelle Fehler hier nicht sehr kritisch ist.
  2. Stufe:
    In der zweiten Stufe werden die Artikel den Aufträgen mit einem Verteilsystem zugeordnet. Dafür wird jeder Artikel gescannt und dem passenden Auftrag zugeordnet.

Die zweistufige Kommissionierung ist sehr effektiv, bedarf jedoch komplexer technischer Unterstützung und für den einzelnen Auftrag eine große Gesamtmenge an Kundenaufträgen. Hier unterscheidet sich das Verfahren deutlich von der einstufigen Kommissionierung. Das Kommissionieren kann auch durch ungeschultes Personal durchgeführt werden.

Die unterstützenden Systeme

Die zweistufige Kommissionierung ist ohne Unterstützung von Kommissioniersystemen nicht realisierbar. Zur Unterstützung werden hier verschiedene Systeme, wie: Pick-by-Light, Pick-by-Voice, Pick-by-Point®, Pick-by-Frame®, etc. verwendet. 

Weitere Details dazu erfahren Sie in folgenden Artikeln:
Pick-by-Light – Kommissionierung mit Fachanzeigen
Pick-by-Voice – die sprachgeführte Kommissionierung
Pick-by-Point – die einfache Kommissioniermethode mit Licht
Pick-by-Frame – die Innovation für Multi-Order-Picking

Verwandte Themen

Greifzeit, Teilaufträge, Lagerplatz, Totzeit, Kommissionierzeit, Basiszeit, Kommissionierleistung, Auftragsdurchlaufzeiten, Verteilzeit, Zusammenstellung, Durchlaufzeiten.

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